Kleine Nachtgedanken

Das ich zuweilen schlecht schlafe, ist kein Geheimnis. Sicher ist es Tagsüber anstrengender, aber es gibt Phasen, da mag ich diese gestohlenen Stunden in der Nacht. Sie gehören ganz mir, meinen Gedanken, Büchern, meiner Musik.

Heute war wieder so ein Abend. Ich war müde und wollte nur zeitig ins Bett. Doch kaum bin ich in meinem Schlafzimmer, ist die Müdigkeit verflogen und eine nervöse Vorfreude stellt sich ein, die ich mir wenig erklären kann. Da ich jedoch weiß, dass es nichts bringt, mich hinzulegen und auf den Schlaf zu warten, mache ich es mir gemütlich. Ich lösche alle Lichter, schalte meine momentane Lieblingsmusik ein und nehme meinen liebsten Platz in der Wohnung ein – die Fensterbank in meinem Schlafzimmer.

An Abenden wie heute kann ich von dort aus perfekt die Sterne sehen. Die Tatsache, dass heute Sternschnuppennacht ist, ist nur ein zusätzlicher Bonus. In zwei Kissen gekuschelt sehe ich tatsächlich zwei von ihnen. Ich merke in solchen Momenten wie ich völlig zur Ruhe komme. Das liegt nicht an den Sternen. Regnet es draußen, ist es nicht weniger gemütlich. Ich kann die Fenster so vieler Häuser sehen, erahnen was die Leute da hinter machen. Ich sehe wie ein Licht nach dem anderen erlischt und die Leute zu Bett gehen. Das beruhigt mich, das fühlt sich gut an. Für einen Moment habe ich das Gefühl, ein Stückchen an ihrem Leben teil zu haben. Es huscht an mir vorbei, ebenso wie die Sternschnuppen, die heute zu sehen waren. Sie sind nur ein sanftes Aufleuchten am Himmel und doch berühren sie uns – mich.

Ich kann beobachten wie die Welt um mich herum zur Ruhe kommen – Geräusche verebben, machen Platz für ganz neue. Lichter verblassen und machen Platz für immer neue Sterne, deren Bewegung am Himmel so gut zu sehen ist. Und doch bin ich nicht die Einzige, die wach ist. Ich sehe Nachtfalter, kleine Tiere die vor meinem Fenster auf und ab schwirren, angelockt von den entzündeten Kerzen. Das ist ein Bild, das mir gefällt. Es ist stimmungsvoll und gibt mir das Gefühl, ganz zu sein, egal wie turbulent mein Leben auch ist.

Letztendlich weiß ich, es geht mir gut. Ich mag diese gestohlenen Stunden voller Ruhe – zeigen sie mir doch, dass es wichtig ist, das Beste aus dem zu machen, was man hat.