Das war die RAHMENLOS !!

Es war ein Fest! RAHMENLOS!

GREGOR EISENMANN

Schweiß, Beat´s, Klänge, Nacht. Malerei, Installation, Fotografie, Lesung, Klassik. Begegnungen, Freunde, Neues, Lachen, Staunen und vieles mehr. Tausend Dank an ALLE die mitgemacht haben und oder „Gäste“ gewesen sind. Auch den Helfern, Milena, Cathy, Malte, Romina und meiner liebsten Camilla sei gedankt.

Hier nun die ersten Impressionen. Video muss noch geschnitten werden.

Foto Ralf Haun:

Bildschirmfoto 2015-04-28 um 09.09.22Bildschirmfoto 2015-04-28 um 09.07.09Bildschirmfoto 2015-04-28 um 09.07.58Bildschirmfoto 2015-04-28 um 09.08.20Bildschirmfoto 2015-04-28 um 09.09.03  Bildschirmfoto 2015-04-28 um 09.09.40Bildschirmfoto 2015-04-28 um 09.10.18Bildschirmfoto 2015-04-28 um 09.10.29Bildschirmfoto 2015-04-28 um 09.10.41Bildschirmfoto 2015-04-28 um 09.10.54Bildschirmfoto 2015-04-28 um 09.11.04Bildschirmfoto 2015-04-28 um 09.11.13

Fotos: Sven Pacher

_DSC6510_DSC6496_DSC6513_DSC6515_DSC6516_DSC6517_DSC6518_DSC6519_DSC6523_DSC6540_DSC6545_DSC6559_DSC6557_DSC6552_DSC6547_DSC6546_DSC6624_DSC6600_DSC6587_DSC6577_DSC6567_DSC6566_DSC6563_DSC6627

Fotos: Cathy Klappert

IMG_2778IMG_2859

Ursprünglichen Post anzeigen

Advertisements

Meine neuen Mitbewohner – Pflanzen suchen großes Herz

Ich habe ein neues Projekt. Ein Großprojekt, wenn man es genau nimmt. Ich habe mir Pflanzen für meine Wohnung gekauft. Vier Stück, ein kleiner Strauch Rosmarin und drei mal Lavendel. Wer mich kennt, wird jetzt entsetzt die Hände über dem Kopf zusammen schlagen, beim Pflanzenschutzbund anrufen oder mich einfach für unverbesserlich erklären.

 

Ich kann die Reaktionen verstehen. Ich habe bis jetzt jede Pflanze tot bekommen. Ja, sogar Efeu und die sind angeblich unkaputtbar. Sollte euch das irgendwann ein Florist erzählen: vertraut meiner Erfahrung, die Dinger können sterben. Jetzt habe ich also vier neue Pflänzchen und momentan ist die Motivation hoch, sie am Leben zu halten. Ob es mir gelingt, kann ich jetzt noch nicht sagen, aber ich werde euch wohl auf dem Laufenden halten. Ich hoffe ganz einfach, dass irgendjemand daran denkt sie zu gießen (müsste wohl ich sein). Alternativ hoffe ich, dass mich jemand regelmäßig daran erinnert.

 

Ich wär ja sogar bereit euch Pflanzenpatenschaften einzuräumen. Ihr erinnert mich wöchentlich daran eure „Patenpflanze“ zu gießen und im Gegenzug schicke ich euch putzige Pflanzenbilder und ihr dürft ihnen Namen geben. Na, jemand Interesse? So lange stehen Bob 1 – 4 hier rum und hoffen, am Leben zu bleiben. Und ich hoffe es mit ihnen!

2012 – Ein kurzer Rückblick

Ich habe jetzt eine Weile überlegt, ob ich mich an einen Jahresrückblick setzen soll oder nicht. Doch mit etwas Zeit im Rücken (und einer Flasche Wein) scheint es mir eine gute Idee zu sein. Dennoch fällt es mir schwer, einen Anfang zu finden. In diesem Jahr ist so viel passiert, dass vieles ineinander verschwimmt und ich wahrscheinlich auch keine geordnete Reihenfolge finden werde. Wobei es letztendlich auch egal zu sein scheint.

2012 war irgendwie ein besonderes Jahr. Es fingt hektisch an – Wohnungssuche, Wohnungsbesichtigungen und immer wieder die Ernüchterung. Als ich grade geglaubt habe, ich würde nie etwas gescheites finden, war sie dann auf einmal da. Ich würde behaupten es war Liebe auf den ersten Blick und bereut habe ich meinen Einzug bis heute nicht. Nicht nur ist die Wohnung toll – sie liegt auch genau in dem Viertel in das ich wollte. Auch wenn es im Sommer mal etwas lauter ist, ich bin verliebt und mir sicher, dass das auch noch eine ganze Weile so bleiben wird.

Der Schritt von zu Hause weg zu gehen ist mir recht schwer gefallen – ich bin und bleibe ein Familienmensch, aber dennoch ist es ein unbeschreibliches Gefühl für sich selber zu sorgen. Ich genieße so oft die Ruhe, die Freiheit (grade wenn ich nachts um zwei noch mal Lust auf Rührei habe) und die Unabhängigkeit.

Doch das Jahr hatte so viel mehr zu bieten. Ich glaube ich habe in den vergangen Jahren nie so viele wunderbare Menschen (wieder) kennen gelernt wie in diesem. Manchmal sind es nur flüchtige Bekanntschaften, die ein gutes Gefühl hinterlassen, aber es sind auch ein paar dabei, die einen tiefen Eindruck erzeugt haben, der bleibt. Menschen, die ich über soziale Medien (grade Twitter) kennen gelernt habe und die ich in meinem Leben nicht mehr missen möchte. Ich glaube durch diese Freundschaften und Gespräche habe ich so viel über mich selber gelernt, wie schon lange nicht mehr. Ich bin jedem dankbar, der dieses Jahr zu etwas besonderem für mich gemacht hat.

Leider gab es auch einige Rückschläge dieses Jahr, so ganz ohne wird es wohl nie gehen. Aber auch sie haben mir gezeigt, was mir wirklich wichtig ist und auch ein Stück weit, wie kostbar das Leben ist und sein kann. Es ist unglaublich, wie wenig bewusst wir manchmal leben und wie viel wir dadurch verpassen. Im Moment versuche ich meine kleine, innere Liste abzuarbeiten, auf der all die Dinge stehen, die ich unbedingt (noch) einmal machen möchte. Aber das ist eine andere Geschichte und kommt sicher noch einmal zu einer anderen Zeit.

Grade im Moment freue ich mich auf 2013 und bin gespannt, was es für mich bereit hält. Was auch immer es ist, ich bin zuversichtlich, dass ich weiterhin meinen Weg gehen kann – mit besonderen Menschen an meiner Seite und vielen lehrreichen Begebenheiten. Ich freue mich auf viele tolle Gespräche, Momente, mein Patenkind und ihre Schwester und… und… und…

auch-mal-abseits

Am kommenden Samstag ist es endlich so weit. Das Spiel gegen den HSV steht an. Ich muss zugeben, darauf freue ich mich schon seit Anfang der Saison. Wer mich kennt, weiß auch woran das liegt. Sicher, es wird unter Garantie ein sportlich sehr interessantes Spiel. Beide Mannschaften wollen gewinnen – für uns geht es darum auf dem zweiten Platz zu überwintern, Hamburg kann mit etwas Glück auf den fünften Tabellenplatz springen, aber das alleine hat wenig mit meiner Vorfreude zu tun.

Ich muss gestehen: ich bin ein kleines (na gut sehr großes) René Adler Fangirl. Dass er den Verein verlassen hat, war für mich wirklich tragisch, auch wenn ich weiß, dass Bernd Leno ein topp Torhüter ist und Hamburg René gut tut – da fällt es mir schwer rational zu sein. Ich hatte schon immer eine Vorliebe für Torhüter aber René Adler hat mir immer besonders imponiert und spielte dazu…

Ursprünglichen Post anzeigen 532 weitere Wörter

Sicherheit im Stadion? Ja!

Die Sicherheit in deutschen Stadien polarisiert im Moment die deutschen Medien. Nun hat auch die Bild dazu eine Meinung. Ich habe eine ganze Weile überlegen müssen, ob ich da meinen Senf zu geben möchte. Da ihr die Zeilen hier lesen könnt, wird die Antwort wohl ja gewesen sein.

Ich habe die Bild als Nachrichtenmagazin noch nie ernst genommen. Ich habe auch die Inhalte nie wirklich für bare Münze nehmen wollen. Was ich allerdings weiß, ist dass die Bild Meinungsmacher in Deutschland ist. Was das über die Leute aussagt, die alles glauben was sie dort lesen oder auf extrem großen Bildern sehen, möchte ich jetzt nicht ausführen. Das ist letztendlich auch egal.

Skandal! Drogen in deutschen Stadien!

Nachdem das Klatschblatt uns grade erst die gefährlichsten Stadions Deutschlands präsentiert hat (ich habe noch kein gefährliches Stadion von innen gesehen. Wie sieht so etwas aus? Stacheln auf den Sitzen?), haben sie nun einen neuen Skandal aufgedeckt. Bei der Durchsuchung der Fans aus Frankfurt wurde Kokain sicher gestellt. Skandal! Drogen in deutschen Stadien. Die machen das sicher alle, die bösen Fans. Die Polizei sieht das auch so. Schon hat man die perfekte Schlagzeile für die Bild.

Fangen wir mit dem ersten Teil an. Natürlich gibt es Stadionbesucher, die Drogen nehmen. Warum auch nicht? Ich bin kein Freund von Drogen, wirklich nicht, aber wer sagt mir denn, dass der Mann in der bar neben mir nicht auch welche genommen hat? Oder die Frau, die vor mir beim Bäcker steht, oder sich im Bus neben ich setzt. Bei denen würde ich auch nicht pauschal sagen, dass sie Drogen nehmen um sich schneller und leichter prügeln zu können. Aber da wir ja gelernt haben, dass ein Fußballfan schneller gewaltbereit ist, macht das natürlich Sinn.

Die Willkür der Polizei sorgt für grobe Unsicherheit

Jetzt habe ich hier fast schon selbstverständlich jeden Fußballfan über einen Kamm gezogen. Das geht selbstredend nicht, aber es ist genau das, was ich in den letzten Wochen auf dem Weg zum Fußball immer wieder erleben musste. Der Höhepunkt war das Spiel zwischen Leverkusen und Schalke am vergangenen Wochenende. Ich hatte schon einmal darüber berichtet, wie die massive Anwesenheit der Polizei (die sich ja auch in der Bild über uns Fußballfans auslässt) dazu geführt hat, dass ich mich auf dem Weg ins Stadion nicht mehr sicher gefühlt habe.

Am Samstag ging es nun gegen Schalke. Ich habe mich den ganzen Tag darauf gefreut. Die letzten Begegnungen mit den Fans aus Gelsenkirchen waren immer großartig. Noch nie habe ich so wenig Rivalität erlebt und so viel gelebte Liebe zum Sport. Mit der Erwartung, dass es wieder so wird, bin ich zum Stadion gefahren. Als ich dort ankam war ich schockiert und verwundert zugleich. Wieder waren unheimlich viele Polizisten vor Ort. Etwas, das mir ehrlich gesagt nicht einleuchtete und bis jetzt nicht einleuchtet. Doch davon wollte ich mich nicht abschrecken lassen. Bisher war nie etwas passiert, warum sollte es also bei diesem Spiel.

Mal eben schnell von Kategorie A in Kategorie C umgestuft

Tja, das sah die Polizei wohl etwas anders. Ich war mit zwei Jungs unterwegs. Die beiden waren irgendwas zwischen 12 und 14, wir waren komplett in Straßenkleidung, kein Anzeichen von Fanbekleidung oder Vereinswappen. Ich wollte meinen gewohnten Weg gehen, durch den Park und dann über die Dhünn zum Stadion. Dummerweise verstellen grimmig aussehende Polizisten den Weg über die Brücke. Dennoch wollten wir unser Glück versuchen – schließlich war es der direkte Weg zum Stadion und wir sahen nun bei Gott nicht gefährlich aus.

Der Gedanke war schön, die Umsetzung aber mangelhaft. Man lies uns nicht durch. Der Wortführende Polizist wollte erst einmal unsere Tickets sehen und Leverkusener würde er hier eh nicht durchlassen. Einer der Jungs fragte ihn dann, warum das so sei. Der nette Polizist schaute uns nur unbeweglich an, griff zu seiner Waffe und erwiderte: „Weil wir es so sagen!“. Wunderbar. Da fühle ich mich doch besonders sicher auf meinem Weg zum Stadion. Den netten Beamten kann ich übrigens nicht persönlich melden – natürlich trug er keine Erkennungsnummer. Aber die Bild lehrt uns ja, bestätigt von der Polizei, dass wir alle gefährliche Menschen mit Drogenproblemen sind.

Bier – des Fußballs liebste Droge

Im übrigen stand die Polizei nur in Leverkusen Mitte. Nach dem Spiel bin ich mit einer Truppe Schalker nach Schlebusch gelaufen. Dort trafen wir dann auf ein Rudel Leverkusen-Fans aus dem C Block, darunter ein paar Ultras. Liebe Bild, liebe Polizei, ich muss euch enttäuschen, geschlagen hat sich da keiner. Man diskutierte sachlich über das Spiel und Bier. Anschließend wurde kollektiv erst Köln und dann Dortmund beschimpft. Natürlich unter dem Einfluss von Drogen. Der Stadiondroge Nummer eins: Bier!

Wenn ich diesen Artikel also überfliege, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Es mag sein, dass in anderen Stadien mehr los ist, als in Leverkusen, aber trotzdem sehe ich keine Gefahr und habe es auch nicht. Ich sehe nichts, was Ganzkörperkontrollen oder aber den Umgang der Polizei mit uns rechtfertigt. Ich bin gespannt ob sich ein Verein öffentlich zu Wort meldet und sich einmal hinter seine Fans stellt – aber ich befürchte, dass das in der Deutlichkeit nicht geschehen wird. Leider.

Ich fühle mich sicher im Stadion

Ich bleibe dabei: ich fühle mich sicher im Stadion – auf dem Weg dahin nicht mehr uneingeschränkt. Schuld daran sind Berichte wie die Bild, die nicht Fußballfans gegen uns aufhetzen, oder Polizisten, die uns sofort behandeln wie Schwerverbrecher. Ich hoffe, dass sich das wieder ändert, aber dazu arbeiten grade zu viele Stellen dagegen. Sei es das neue Sicherheitskonzept, die Vereine, die nicht hinter ihren Fans stehen oder aber die Bild, die noch mehr Stroh ins Feuer wirft.

Abschließend kann ich nur hoffen, dass es nur ein Gerücht ist, dass bei jeder Erwähnung der Bild irgendwo eine Fee stirbt – Zur Sicherheit war es das letzte Mal, dass ich über das Klatschblatt geschrieben habe.

Kleine Nachtgedanken

Das ich zuweilen schlecht schlafe, ist kein Geheimnis. Sicher ist es Tagsüber anstrengender, aber es gibt Phasen, da mag ich diese gestohlenen Stunden in der Nacht. Sie gehören ganz mir, meinen Gedanken, Büchern, meiner Musik.

Heute war wieder so ein Abend. Ich war müde und wollte nur zeitig ins Bett. Doch kaum bin ich in meinem Schlafzimmer, ist die Müdigkeit verflogen und eine nervöse Vorfreude stellt sich ein, die ich mir wenig erklären kann. Da ich jedoch weiß, dass es nichts bringt, mich hinzulegen und auf den Schlaf zu warten, mache ich es mir gemütlich. Ich lösche alle Lichter, schalte meine momentane Lieblingsmusik ein und nehme meinen liebsten Platz in der Wohnung ein – die Fensterbank in meinem Schlafzimmer.

An Abenden wie heute kann ich von dort aus perfekt die Sterne sehen. Die Tatsache, dass heute Sternschnuppennacht ist, ist nur ein zusätzlicher Bonus. In zwei Kissen gekuschelt sehe ich tatsächlich zwei von ihnen. Ich merke in solchen Momenten wie ich völlig zur Ruhe komme. Das liegt nicht an den Sternen. Regnet es draußen, ist es nicht weniger gemütlich. Ich kann die Fenster so vieler Häuser sehen, erahnen was die Leute da hinter machen. Ich sehe wie ein Licht nach dem anderen erlischt und die Leute zu Bett gehen. Das beruhigt mich, das fühlt sich gut an. Für einen Moment habe ich das Gefühl, ein Stückchen an ihrem Leben teil zu haben. Es huscht an mir vorbei, ebenso wie die Sternschnuppen, die heute zu sehen waren. Sie sind nur ein sanftes Aufleuchten am Himmel und doch berühren sie uns – mich.

Ich kann beobachten wie die Welt um mich herum zur Ruhe kommen – Geräusche verebben, machen Platz für ganz neue. Lichter verblassen und machen Platz für immer neue Sterne, deren Bewegung am Himmel so gut zu sehen ist. Und doch bin ich nicht die Einzige, die wach ist. Ich sehe Nachtfalter, kleine Tiere die vor meinem Fenster auf und ab schwirren, angelockt von den entzündeten Kerzen. Das ist ein Bild, das mir gefällt. Es ist stimmungsvoll und gibt mir das Gefühl, ganz zu sein, egal wie turbulent mein Leben auch ist.

Letztendlich weiß ich, es geht mir gut. Ich mag diese gestohlenen Stunden voller Ruhe – zeigen sie mir doch, dass es wichtig ist, das Beste aus dem zu machen, was man hat.

Shopping-Wahnsinn in Wuppertal

Es ist schier unfassbar was sich heute am Bahnhof in Wuppertal abspielte. Nun, nicht wirklich am Bahnhof. Es ereignete sich in der Ihr-Platz Filiale im Bahnhof. Diese wird in den nächsten Tagen schließen. Nicht etwa auf Grund der Schlecker Pleite, nein das Gebäude in dem sie sich befindet wird schlicht weg abgerissen. Da die Regale noch gut gefüllt sind, dachte sich ein findiges Genie, dass es eine gute Idee sei, alles um 50% zu reduzieren.

So weit so gut. Scheinbar wurde aber die Habgier und die nicht funktionstüchtigen Gehirne (bei Sichtung solcher Rabatte) etlicher Mitmenschen unterschätzt. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass es im ganzen Laden nur einen Mitarbeiter gab – und somit auch nur eine Kasse. Wenn ich mich umschaute, kam das Gefühl auf, dass wir kurz vor dem dritten Weltkrieg stehen müssten. Oder es ab morgen nichts mehr zu kaufen gibt – seien es Kaffee, Waschmittel, Kosmetikartikel oder Süßigkeiten. Frauen und Männer in allen Altersstufen standen in einer Schlange durch den ganzen Laden (der in etwa 50 Meter lang ist) mit völlig überfüllten Einkaufswagen an.

Mitten in der Schlange ein Mädchen, das nur eine Flasche Apfelschorle in der Hand hatte. Jetzt sollte man aber nicht glauben, dass sie auch nur von einem Menschen vorgelassen wurde. Da wurde gedrängelt, gepöbelt und gemeckert, wenn jemand es wagte zu einem vollen Einkaufswagen auch noch einen vollen Korb ei sich zu führen.

Doch was steckt dahinter? Sind die fünfzig Prozent so verlockend, dass der gesunde Menschenverstand aussetzt? Oder benötigt man doch 10 Packungen Waschpulver, 6 Flaschen mit Scheuermilch, 15 Pakete Kaffee und 7 Dosen Kekse? Vielleicht tue ich den Menschen auch unrecht und sie haben Waschsalons, Cafés in denen Gebäck zur Tasse gereicht wird oder ähnliches. Ich weiß es nicht. Ich kann nur sagen dass es mich abgeschreckt und tatsächlich auch ein wenig angeekelt hat. Dabei spielt es kaum eine Rolle ob es nun der Konsumrausch oder aber die pfiffige Sparsamkeit ist.

Ich habe mir meinen Nagellack, den ich dort eigentlich kaufen wollte, in einem anderen Drogeriemarkt gekauft – zum regulären Preis und mir geht es wunderbar damit.

Ein Besuch auf der Apfelwiese

Seit nun mehr einem halben Jahr habe ich mich auf dieses Wochenende gefreut. Es sollte wieder nach Diepholz gehen. Diep-wer? Wird sich nun so manch einer fragen. Diepholz liegt etwa auf halber Strecke zwischen Oldenburg und Bremen. Es handelt sich um ein verschlafenes Dörfchen, umgeben von Feldern und Wäldern. Malerisch, trifft es recht gut. Doch einmal im Jahr fallen Liebhaber guter, meist noch recht unbekannter Indie-Musik dort ein und machen sich für zwei Tage breit. Diepholz ist nun seit mehr als 10 Jahren Heimat des Appletree Garden Festivals. Dieses Jahr war mein zweites dort.

Das letzte Jahr hat mich völlig überzeugt. Rund 2000 Menschen, zwei liebevoll arrangierte Bühnen, viele Bäume, Seifenblasen, Glitzer und gute Musik. Die Leute dort waren leicht verschroben, aber alle zusammen doch toll. Die Musik war gut und die Stimmung, trotz des durchwachsenen Wetters, großartig. Das haben wir uns für dieses Jahr auch gewünscht.

Wie schon im letzten Jahr sind wir erst Freitag Mittag angereist, also am ersten Konzerttag. Doch im Gegensatz zum letzten Jahr war es gerammelt voll, noch einen Zeltplatz zu finden unmöglich. Wie sollte das gehen? Die Lösung war schnell gefunden. Bei scheinbar gleicher Campingfläche waren es in diesem Jahr 1000 Gäste mehr. Suboptimal, wie ich finde. Da wir jedoch eh beschlossen hatten in den Autos zu schlafen, war das unser geringstes Problem. Der nächste Schock waren die vielen Minderjährigen die im letzten Jahr noch nicht entdeckt hatten, wie cool so ein kleines, unbekanntes Festival sein kann. Das war dann doch etwas frustrierender. Langsam keimte in mir die Frage auf, ob ich einfach nur zu alt werde. Eine Antwort habe ich zu dem Zeitpunkt nicht gefunden.

Erschreckend war ebenfalls die Kleiderwahl. Ich bin einiges gewöhnt, grade auf Festivals. Ich habe Wacken modisch überlebt, da können mich so ein paar eher individuell gestaltete Menschen doch nicht umhauen. Oder? Leider doch. Ob man auf Festivals im Bikini rumlaufen muss ist eine streitbare Frage. Allerdings finde ich es schade, dass Individuell dieses Jahr scheinbar aus war. Die Massen an Menschen die aussehen wollen wie Hipster war groß. Dabei spreche ich vielen der vorwiegend weiblichen Festivalbesuchern ab, zu wissen warum sich ein „Hipster“ so kleidet wie er es tut und welche Aussage dahinter steckt. Es waren fast ausschließlich Mädels die sich so kleiden, weil sie denken es ist grade modisch hip. Dazu kommt die immense Verwendung von Worten wie Ey (was scheinbar vor jeden Satz gestellt alles cool macht) und Alter (grade in Kombination mit Ey sehr Aussagekräftig). Ich glaube das war der Moment in dem ich mich doch alt gefühlt habe.

Die Musik war auch in diesem Jahr wirklich gut, vielleicht sogar besser als im letzten. Ich kannte nicht alle Bands, aber das machte nichts. Mein High-Light, auf das ich mich schon seit Bekanntgabe gefreut hatte, war Dillon. Die Frau ist der Wahnsinn. Sie hat mich mit ihrer Art und Stimme völlig umgehauen. Das konnten auch die zwei Pärchen vor mir nicht trüben (Marke: noch keine 18 und Fummeln ist wichtiger als das Konzert und Marke: Geil wir stehen in der Frontrow, finden die Band aber kacke). Auch der während des Konzert eintretende Regen war irgendwie passend. Ich habe diese Stunde zelebriert und ich wage zu behaupten: Das Festival hat sich alleine deswegen gelohnt.

Die Nacht im Auto war dann besser als erwartet – doch die Stimmung am nächsten Morgen war bescheiden, ob des Regens oder der Vielzahl an unangenehmen Menschen um uns vermag ich nicht klar zu sagen. Auf jeden Fall haben wir uns entschlossen unsere „Zelte“ abzubrechen. Vielleicht sind wir doch zu alt für den Mist geworden. Im nächsten Jahr wollen wir nicht mehr hin fahren. Ich freue mich für die Organisatoren und Köpfe der Apfelwiese, dass ihr kuschliges Festival so gewachsen ist und immer mehr Leute aus aller Welt anzieht, aber für mich ist es somit nichts mehr. Mir hat grade das Überschaubare gefallen, diese Hand voll Menschen die sich auf leicht schräge Weise einmal im Jahr treffen und sich treiben lassen, im Garten, wo die Welt noch in Ordnung war. Ich mag zu alt geworden sein, oder aber zu anspruchsvoll, aber mir ist einmal mehr klar geworden bin, dass ich kein Freund der Massen bin.