Sicherheit im Stadion? Ja!

Die Sicherheit in deutschen Stadien polarisiert im Moment die deutschen Medien. Nun hat auch die Bild dazu eine Meinung. Ich habe eine ganze Weile überlegen müssen, ob ich da meinen Senf zu geben möchte. Da ihr die Zeilen hier lesen könnt, wird die Antwort wohl ja gewesen sein.

Ich habe die Bild als Nachrichtenmagazin noch nie ernst genommen. Ich habe auch die Inhalte nie wirklich für bare Münze nehmen wollen. Was ich allerdings weiß, ist dass die Bild Meinungsmacher in Deutschland ist. Was das über die Leute aussagt, die alles glauben was sie dort lesen oder auf extrem großen Bildern sehen, möchte ich jetzt nicht ausführen. Das ist letztendlich auch egal.

Skandal! Drogen in deutschen Stadien!

Nachdem das Klatschblatt uns grade erst die gefährlichsten Stadions Deutschlands präsentiert hat (ich habe noch kein gefährliches Stadion von innen gesehen. Wie sieht so etwas aus? Stacheln auf den Sitzen?), haben sie nun einen neuen Skandal aufgedeckt. Bei der Durchsuchung der Fans aus Frankfurt wurde Kokain sicher gestellt. Skandal! Drogen in deutschen Stadien. Die machen das sicher alle, die bösen Fans. Die Polizei sieht das auch so. Schon hat man die perfekte Schlagzeile für die Bild.

Fangen wir mit dem ersten Teil an. Natürlich gibt es Stadionbesucher, die Drogen nehmen. Warum auch nicht? Ich bin kein Freund von Drogen, wirklich nicht, aber wer sagt mir denn, dass der Mann in der bar neben mir nicht auch welche genommen hat? Oder die Frau, die vor mir beim Bäcker steht, oder sich im Bus neben ich setzt. Bei denen würde ich auch nicht pauschal sagen, dass sie Drogen nehmen um sich schneller und leichter prügeln zu können. Aber da wir ja gelernt haben, dass ein Fußballfan schneller gewaltbereit ist, macht das natürlich Sinn.

Die Willkür der Polizei sorgt für grobe Unsicherheit

Jetzt habe ich hier fast schon selbstverständlich jeden Fußballfan über einen Kamm gezogen. Das geht selbstredend nicht, aber es ist genau das, was ich in den letzten Wochen auf dem Weg zum Fußball immer wieder erleben musste. Der Höhepunkt war das Spiel zwischen Leverkusen und Schalke am vergangenen Wochenende. Ich hatte schon einmal darüber berichtet, wie die massive Anwesenheit der Polizei (die sich ja auch in der Bild über uns Fußballfans auslässt) dazu geführt hat, dass ich mich auf dem Weg ins Stadion nicht mehr sicher gefühlt habe.

Am Samstag ging es nun gegen Schalke. Ich habe mich den ganzen Tag darauf gefreut. Die letzten Begegnungen mit den Fans aus Gelsenkirchen waren immer großartig. Noch nie habe ich so wenig Rivalität erlebt und so viel gelebte Liebe zum Sport. Mit der Erwartung, dass es wieder so wird, bin ich zum Stadion gefahren. Als ich dort ankam war ich schockiert und verwundert zugleich. Wieder waren unheimlich viele Polizisten vor Ort. Etwas, das mir ehrlich gesagt nicht einleuchtete und bis jetzt nicht einleuchtet. Doch davon wollte ich mich nicht abschrecken lassen. Bisher war nie etwas passiert, warum sollte es also bei diesem Spiel.

Mal eben schnell von Kategorie A in Kategorie C umgestuft

Tja, das sah die Polizei wohl etwas anders. Ich war mit zwei Jungs unterwegs. Die beiden waren irgendwas zwischen 12 und 14, wir waren komplett in Straßenkleidung, kein Anzeichen von Fanbekleidung oder Vereinswappen. Ich wollte meinen gewohnten Weg gehen, durch den Park und dann über die Dhünn zum Stadion. Dummerweise verstellen grimmig aussehende Polizisten den Weg über die Brücke. Dennoch wollten wir unser Glück versuchen – schließlich war es der direkte Weg zum Stadion und wir sahen nun bei Gott nicht gefährlich aus.

Der Gedanke war schön, die Umsetzung aber mangelhaft. Man lies uns nicht durch. Der Wortführende Polizist wollte erst einmal unsere Tickets sehen und Leverkusener würde er hier eh nicht durchlassen. Einer der Jungs fragte ihn dann, warum das so sei. Der nette Polizist schaute uns nur unbeweglich an, griff zu seiner Waffe und erwiderte: „Weil wir es so sagen!“. Wunderbar. Da fühle ich mich doch besonders sicher auf meinem Weg zum Stadion. Den netten Beamten kann ich übrigens nicht persönlich melden – natürlich trug er keine Erkennungsnummer. Aber die Bild lehrt uns ja, bestätigt von der Polizei, dass wir alle gefährliche Menschen mit Drogenproblemen sind.

Bier – des Fußballs liebste Droge

Im übrigen stand die Polizei nur in Leverkusen Mitte. Nach dem Spiel bin ich mit einer Truppe Schalker nach Schlebusch gelaufen. Dort trafen wir dann auf ein Rudel Leverkusen-Fans aus dem C Block, darunter ein paar Ultras. Liebe Bild, liebe Polizei, ich muss euch enttäuschen, geschlagen hat sich da keiner. Man diskutierte sachlich über das Spiel und Bier. Anschließend wurde kollektiv erst Köln und dann Dortmund beschimpft. Natürlich unter dem Einfluss von Drogen. Der Stadiondroge Nummer eins: Bier!

Wenn ich diesen Artikel also überfliege, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Es mag sein, dass in anderen Stadien mehr los ist, als in Leverkusen, aber trotzdem sehe ich keine Gefahr und habe es auch nicht. Ich sehe nichts, was Ganzkörperkontrollen oder aber den Umgang der Polizei mit uns rechtfertigt. Ich bin gespannt ob sich ein Verein öffentlich zu Wort meldet und sich einmal hinter seine Fans stellt – aber ich befürchte, dass das in der Deutlichkeit nicht geschehen wird. Leider.

Ich fühle mich sicher im Stadion

Ich bleibe dabei: ich fühle mich sicher im Stadion – auf dem Weg dahin nicht mehr uneingeschränkt. Schuld daran sind Berichte wie die Bild, die nicht Fußballfans gegen uns aufhetzen, oder Polizisten, die uns sofort behandeln wie Schwerverbrecher. Ich hoffe, dass sich das wieder ändert, aber dazu arbeiten grade zu viele Stellen dagegen. Sei es das neue Sicherheitskonzept, die Vereine, die nicht hinter ihren Fans stehen oder aber die Bild, die noch mehr Stroh ins Feuer wirft.

Abschließend kann ich nur hoffen, dass es nur ein Gerücht ist, dass bei jeder Erwähnung der Bild irgendwo eine Fee stirbt – Zur Sicherheit war es das letzte Mal, dass ich über das Klatschblatt geschrieben habe.

Die Macht der 4000

Am vergangenen Dienstag war Rapid Wien zu Gast in der Bayarena. Das Euro-League Rückspiel stand an und der ehemalige deutsche Meister war gekommen, um Punkte mitzunehmen. Ich war wie immer sehr früh im Stadion. Ich mag diese Momente, in denen es noch recht still ist, sich die Reihen langsam füllen und alles lauter wird.

Wie immer waren die Ränge der Leverkusen-Fans noch recht leer. Im Gegensatz zu denen der Wiener – die waren schon da. Mit rund 4000 Mann stellten sie eine eigene Kurve, die größer ist, als die der Heimfans. Jetzt könnte man meinen, dass sie sich mit Bier und Wurst stärkten, ihre Kräfte für das Spiel sammelten. Die Einleitung lässt schon darauf schließen, dass dem nicht so war. Schon gut eine Stunde vor dem Spiel machten die Gästefans Stimmung. Lautstark und möglichst dann, wenn eine Stadionmoderation lief oder aber ein Bericht über Leverkusener Spieler. So laut, habe ich noch nie Gastfans bei uns erlebt – selbst nicht die des angefeindeten, rheinischen Nachbarns.

Dagegen standen (oder saßen) knapp 16000 Leverkusener. Jeder der mathematisch halbwegs fit ist, kann sich jetzt ausrechnen, wie viel lauter wir – die Heimfans gewesen sein müssen. Und jeder der dabei war, wird jetzt herzhaft lachen. Zugespitzt lässt sich sagen: Stimmungstechnisch haben wir das Spiel verloren. Unsere Heimkurve, der C Block war laut. Die Jungs und Mädels dort haben echt alles gegeben und waren auch noch dominanter als sonst. Aber rechts und links daneben, sah es Mau aus. Zwar war es deutlich entspannter, wenn man mal länger stehen geblieben ist (dafür gab es genug Lücken im Publikum), aber richtig Stimmung machen, wollten die wenigsten.

Ich möchte an dieser Stelle wirklich meinen Hut vor den Rapid-Fans ziehen. Die haben über 90 Minuten Vollgas gegeben. Ihre Mannschaft hat sich nicht sonderlich mit Ruhm bekleckert, trotzdem war die Stimmung unter den Gästen großartig. Es wirkte, als hatten sie Spaß. Nach dem Spiel erst, wurde der Frust rausgelassen und die Mannschaft ausgepfiffen, aber währenddessen war der Wiener grundsätzlich laut. Da haben tatsächlich alle mitgemacht, egal wo sie im Stadion saßen. Mich hat das beeindruckt.

Aber es hat einmal mehr aufgezeigt, woran es in Leverkusen hapert. Es ist besser geworden, der C Block ist (inzwischen) in der Regel über 90 Minuten präsent. Nur über die magische Grenze in den Blöcken daneben geht es nicht. Das finde ich schade. Ich habe bis heute nicht verstanden, warum man ins Stadion geht, wenn man sein Team nicht anfeuern möchte – im Fernsehn sieht man bei weitem mehr. Ich habe noch nicht aufgegeben zu hoffen, dass es noch besser wird. Wir machen das mit kleinen Schritten, aber gestern ist einmal mehr deutlich geworden, warum das so wunderbar wäre.

Sicherheit im Fußball

Das Thema Gewalt im Fußball und im Stadion ist zur Zeit präsent, wie langezuvor nicht. Seit ein paar Tagen mache ich mir verstärkt Gedanken darüber, was das für mich heißt und ob ich mich je unsicher im Stadion gefühlt habe. Die Antwort ist ebenso schlicht wie wahr: Nein, das habe ich nicht. Das liegt sicher nicht an den Einlasskontrollen, die sind stellenweise ebenso Freundlich wie nicht gründlich. Aber das finde ich nicht schlimm. Selbst wenn die Stimmung einmal sehr gebrodelt hat, hatte ich das Gefühl, dass alles unter Kontrolle ist und weder mein Leben, noch meine Gesundheit irgendwie in Gefahr ist.

Gestern ging es dann zu Hause gegen Düsseldorf und es war das erste Mal, dass ich froh war, wieder zu Hause zu sein. Das lag ganz sicher nicht an den Fans aus Düsseldorf, genauso wenig wie an unseren eigenen. Das Unwohlsein und schlechte Gefühl wurde mir von der anwesenden Polizei vermittelt.

Es fing damit an, dass wir in Leverkusen aus der Bahn stiegen und sofort eine Beamtin mit Kamera vor uns stand, die mit selbiger filmte wie wir den Bahnhof betraten. Vermittelt wurde damit ganz schnell so viel wie: Ihr seid potentielle Gewaltverbrecher und wir haben euch lieber jetzt auf Band als später. Im Bahnhof wurden dann gleich Düsseldorfer Fans von denen aus Leverkusen getrennt – warum auch immer ließ man uns in einer Gruppe Düsseldorfer zum Stadion gehen – alle Wege und Durchgänge waren versperrt. Ich möchte an dieser Stelle anmerken, dass ich mit meinem Leverkusenschal sehr offensichtlich gar nicht in diese Gruppe hätte kommen dürfen. Passiert ist nichts. Die Fans aus Düsseldorf haben mich entweder nicht wahrgenommen, oder es war ihnen egal.

Die nächste Hürde war es dann, in Richtung des Leverkusener-Fanblocks zu kommen. Wir standen jetzt ja ärgerlicher Weise vor dem der Gäste. Einzige Möglichkeit war es, durch eine Mauer aus Polizisten zu gehen, die wenig Kooperativ waren, was das Durchlassen von Menschen angeht. Auch wenn nichts passiert ist, ich habe mich bedroht gefühlt und man merkte, wie in Stadionnähe, das polizeilich stark abgesichert wurde, die friedliche Stimmung einer angespannteren wich. Das kenne ich so nicht – vielleicht auch, weil in Leverkusen selten ein so großes Aufgebot ist. Überall schwer uniformierte, teilweise ohne Erkennungsmarke positionierte Beamten.

Nach dem Spiel war die Stimmung noch deutlich schlechter. Wieder musste man sich durch von der Polizei gebildete Gassen quetschen. Wäre in einem solchen Moment eine Panik ausgebrochen, möchte ich mir die Folgen nicht ausmalen.

Das ganze hat mich stark nachdenklich gemacht. Mir ist bewusst, dass Polizei notwendig ist, um ein Spiel zu beaufsichtigen und mir ist auch bewusst dass die Männer und Frauen da „nur“ ihren Job machen, aber die Überpräsenz hat bei mir nicht dazu geführt, dass ich mich sicherer fühle. Sie war mehr ein Zeichen dafür, dass jeder damit rechnet, dass etwas passiert und dass sie in jedem von uns den potentiellen Täter sehen. Was ich mit dieser Erkenntnis anfange, weiß ich noch nicht, aber ich denke, dass es wichtig wäre, nicht nur über gewaltbereite Fans nachzudenken, sondern auch über den Beitrag, den die Polizei dazu leistet.

Die Sache mit Michael Rensing

Wieder einmal spaltet ein Torwart-Transfer die Gemüter der Bayer-Fans. Seit dem durch die Medien sickerte, dass Michael Rensing ein Thema bei uns ist laufen die Fans Sturm. Dabei teilen sie sich in zwei Lager. Die einen, die ihn für einen guten Torwart halten und in ihm somit eine gute Alternative zu oder hinter Leno sehen und die anderen die den Kölner nicht bei uns haben wollen. Beschäftigen wir uns doch erst einmal mit zweiteren.

Ein Kölner bei uns im Tor? Noch dazu einer der sich bei den Geisböcken wohl fühlte und mehr als einmal anmerkte, dass er gerne dort bleiben würde? Das geht für viele Leverkusener Herzen natürlich nicht. Das ist ja fast so als würde man Podolski verpflichten. Das und ähnliche Aussagen sind an der Tagesordnung. Ein wirkliches Argument gegen Rensing ist es aber nicht. Also suchen wir weiter nach Gründen, die gegen ihn sprechen. Wir müssten ihm ein Gehalt zahlen. Das ist Geld, das so manch einer lieber anders angelegt sähe. Lässt man das so stehen, klingt es fast nach einem plausiblen Argument. Doch es geht noch weiter. Wir müssten dem „Kölner Pack“ ja auch eine Ablösesumme zahlen. Das, so die Gegensprecher, kommt unserer Geschäftsführtung – in Person Wolfgang Holzhäuser – natürlich sehr entgegen, denn er ist ja schließlich auch Kölner. Entrüstete Fans fordern ihn zum Rückzug auf, im schlimmsten Fall wird sogar gefragt, wann ihn endlich jemand umbrächte.

Ehrlich gesagt bin ich entsetzt. Bei aller Rivalität zum rhenischen Nachbarn, ein bisschen Vernunft und gesunden Menschenverstand hätte ich bei diesem Thema schon erwartet. Lässt man einmal die Rivalität bei Seite, erinnert mich dieser Transfer doch ein wenig an den Timo Hildebrands, der auch erst belächelt und hinterher gefeiert wurde.

Bleiben wir aber doch bei Michael Rensing. Der Transfer ist durch. Seit heute spielt er für Leverkusen – im übrigen Ablösefrei. Ich möchte an dieser Stelle auch kurz anmerken, dass er kein Kölner ist – geboren wurde er im Emsland. Er hat in Köln gespielt, wie vor ihm schon viele, aber das heißt nicht, dass er dort zu Hause ist. Es gehört zum Profigeschäft Vereine zu wechseln. Wenn wir uns die momentane Situation anschauen sehe ich eine klassische Win-Win Situation. Leverkusen bekommt einen soliden zweiten Torwart, der nicht nur Leno ein bisschen Druck machen kann, sondern auch im Zweifel für unsere Nummer eins einspringen kann. Michael Rensing hat bewiesen, dass er ein guter Torwart ist – was in Köln nicht funktioniert hat war seine Abwehr. Für ihn heißt der Transfer, dass er sich ein Jahr lang fit halten kann und unter Umständen Spiele bestreiten wird, um sich so für einen neuen Verein zu empfehlen.

Wo wir dem FC nun kein Geld für Rensing zahlen – im Gegenteil, sie zahlen Rensing Geld dafür, dass er zu uns kommt – welcher Grund bleibt dann noch unserer Geschäftsführung dafür vors Bein treten zu wollen? Sicher, es ist ein weiteres Gehalt, dass gezahlt werden muss, aber seien wir mal ehrlich. Haben wir eine sichere, verlässliche Alternative hinter Leno? Wie schnell man einen guten Erstaz im Tor benötigt haben wir in der letzten Saison zu genüge gesehen.

Ich für meinen Teil halte es für einen gelungenen Transfer und bin gespannt was diese Saison mit sich bringt.

Die EM – oder wie eine Traumblase platzt

Es ist also so weit. Die EM geht heute zu Ende und ich möchte mir ein paar Minuten nehmen um darüber nachzudenken wie dieses Turnier auf mich gewirkt hat. Ich war im Vorfeld gespannt wie es wohl werden würde. Im Hinterkopf hatte ich noch all die Emotionen die vor zwei Jahren in mir getobt haben. Ich weiß, ich habe geweint als es vorbei war. Habe mich verbraucht gefühlt und mich mehr denn je darauf gefreut, dass die Bundesliga bald wieder los gehen würde. Diese WM war fast schon magisch für mich.

Dementsprechend hoch waren also auch meine Erwartungen an die EM in Polen und der Ukraine. Jetzt läuft das letzte Spiel und von der Euphorie und dem Hochgefühl ist nicht viel da. Die Gastländer haben sich viel Mühe gemacht und grade die irischen Fans haben mir eine Gänsehaut beschert, aber ansonsten hat es mich leider nicht gepackt. Vielleicht war ich selber nicht so in Stimmung, hatte viel zu tun, aber auch spielerisch war die EM nicht das was ich erwartet habe. Nur wenig Spiele waren richtig gut, spannend oder besonders sehenswert. Sicher gab es High Lights, grade auch bei der deutschen Mannschaft. Ich habe nicht all zu viel erwartet, war zugegeben skeptisch bei dem Kader aber ein paar Spieler haben mich doch überzeugt!

Hummels war großartig und auch über den Einsatz von Lars Bender konnte ich mich freuen. Besonders betonen muss ich allerdings dass mir Mario Gomez im Spiel gegen die Niederlande tatsächlich gut gefallen hat. Wer mich kennt weiß dass sowas eigentlich nicht von mir kommt. Aber nun gut. Die EM hat mich so leider nicht gepackt. Deutschland ist verdient raus geflogen und grade zerlegt Spanien Italien. Emotionen bei mir? Ich bin müde. Müde die ganzen möchtegern Trainer zu hören, müde völlig überflüssige Nachrichten über Spielerfrauen oder Spielerfreundinnen zu hören und müde schlechte Live Streams sehen zu müssen.

Es war wahrscheinlich schon immer so, aber dieses Jahr fällt es mir doch besonders auf… Jeder kann es besser als die Trainer der Nationen. Sei es die Aufstellung oder die Konzipierung der Kader an sich. Jeder weiß es besser, hätte es besser gemacht und kann es einfach. Diskussionen sind nicht erwünscht.

Was die Spielerfreundinnen angeht bleibt nicht viel zu sagen außer: was haben die Damen mit dem Sport zu tun? Nichts. Sicher wünscht sich jedes Land etwas galmour auf der Tribüne, aber die massive Berichterstattung lässt darauf schließen dass es sportlich nichts zu berichten gibt.

Wenn man keinen Fernseher besitzt (übrigens aus Überzeugung) ist man auf den Live Stream angewiesen. Ich habe lange nichts so gruseliges erlebt. Die Vorrunde konnte man unter Pixeln erahnen. Danach wurde es dann besser und heute hat sich der Stream nach etwa 40 Minuten sogar auf Sendezeit eingependelt, aber frustrierend ist es dennoch.

All das zusammen mit den teilweise wenig überzeugenden Spielen hat letztendlich dafür gesorgt, dass ich nicht traurig bin, dass es nun zu Ende geht. Einzig und allein den Filmreifen Kommentaren des Béla Réthys habe ich es zu verdanken dass es doch massive High Lights gab.

In 35 Minuten ist es nun vorbei und dann heißt es zwei Jahre warten und hoffen, dass alles wieder mitreißender wird. Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Twitterern und Freunden bedanken, die diese EM dennoch unvergesslich machen!