Wittgenstein – Gedanken zum neuen Jahr

Da ist es also, das neue Jahr. Viel Lust auf den Jahreswechsel hatte ich ja nicht, dennoch war es ein gelungener Abend, mit vielen tollen Leuten und Gesprächen. Alles mehr oder minder ungeplant, aber dennoch spannend.

 

Vor allem im letzten Teil – einem interessanten Gespräch über Wittgenstein – gab es vieles, das mir jetzt noch zu denken gibt. Ansatz war es, darüber nachzudenken, ob es nicht Sinn machen würde, unsere Sprache soweit zusammen zu streichen, dass wir nur noch die nötigsten Worte zur Kommunikation haben. So sollen Missverständnisse ausgeschlossen werden. Im Grunde also eine spartanische Sprache.

 

Ich denke, je mehr ich darüber nachdenke, umso weniger begeistert bin ich von der Idee. Sicher, es würde vieles vereinfachen, aber ich mag Sprache. Ich mag die Vielfältigkeit, die sie bietet, auch wenn Missverständnisse oder viele Interpretationen möglich sind. Sprache sollte im Idealfall eine Möglichkeit sein, alles was wir sehen, fühlen und wahrnehmen wiederzugeben. Dafür benötigen wir eine Vielzahl von Worten und Abstufungen. Ich denke, eine geforderte Rationierung von Worten mag bei und für Maschinen funktionieren, nicht aber für uns.

 

Zudem forderte Wittgenstein, dass man nur über die Dinge sprechen möge, die man kennt. Das würde die Welt sicher einfacher machen. Aber es schränkt uns doch auch in unserer Freiheit ein. Ich denke, jeder sollte aussprechen können, was er möchte – auch wenn er sich in den Dingen nicht oder nicht gut auskennt. Was für eine Gesellschaft müsste es sein, in der man sich derart einschränken muss. Das fände ich furchtbar. Dennoch ist es ein interessanter Gedanke. Ist nicht jede Art von Programmiersprache ähnlich konzipiert? Versuchen wir es im Arbeitsleben nicht ähnlich zu handhaben? Wir verpacken nur nötige Informationen in möglichst einfache Strukturen um schnell und zielgerichtet zu kommunizieren? Aber wollen wir das auch im privaten? Ich bin mir sicher, dass das Thema mich noch eine Weile beschäftigen wird.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s