Die EM – oder wie eine Traumblase platzt

Es ist also so weit. Die EM geht heute zu Ende und ich möchte mir ein paar Minuten nehmen um darüber nachzudenken wie dieses Turnier auf mich gewirkt hat. Ich war im Vorfeld gespannt wie es wohl werden würde. Im Hinterkopf hatte ich noch all die Emotionen die vor zwei Jahren in mir getobt haben. Ich weiß, ich habe geweint als es vorbei war. Habe mich verbraucht gefühlt und mich mehr denn je darauf gefreut, dass die Bundesliga bald wieder los gehen würde. Diese WM war fast schon magisch für mich.

Dementsprechend hoch waren also auch meine Erwartungen an die EM in Polen und der Ukraine. Jetzt läuft das letzte Spiel und von der Euphorie und dem Hochgefühl ist nicht viel da. Die Gastländer haben sich viel Mühe gemacht und grade die irischen Fans haben mir eine Gänsehaut beschert, aber ansonsten hat es mich leider nicht gepackt. Vielleicht war ich selber nicht so in Stimmung, hatte viel zu tun, aber auch spielerisch war die EM nicht das was ich erwartet habe. Nur wenig Spiele waren richtig gut, spannend oder besonders sehenswert. Sicher gab es High Lights, grade auch bei der deutschen Mannschaft. Ich habe nicht all zu viel erwartet, war zugegeben skeptisch bei dem Kader aber ein paar Spieler haben mich doch überzeugt!

Hummels war großartig und auch über den Einsatz von Lars Bender konnte ich mich freuen. Besonders betonen muss ich allerdings dass mir Mario Gomez im Spiel gegen die Niederlande tatsächlich gut gefallen hat. Wer mich kennt weiß dass sowas eigentlich nicht von mir kommt. Aber nun gut. Die EM hat mich so leider nicht gepackt. Deutschland ist verdient raus geflogen und grade zerlegt Spanien Italien. Emotionen bei mir? Ich bin müde. Müde die ganzen möchtegern Trainer zu hören, müde völlig überflüssige Nachrichten über Spielerfrauen oder Spielerfreundinnen zu hören und müde schlechte Live Streams sehen zu müssen.

Es war wahrscheinlich schon immer so, aber dieses Jahr fällt es mir doch besonders auf… Jeder kann es besser als die Trainer der Nationen. Sei es die Aufstellung oder die Konzipierung der Kader an sich. Jeder weiß es besser, hätte es besser gemacht und kann es einfach. Diskussionen sind nicht erwünscht.

Was die Spielerfreundinnen angeht bleibt nicht viel zu sagen außer: was haben die Damen mit dem Sport zu tun? Nichts. Sicher wünscht sich jedes Land etwas galmour auf der Tribüne, aber die massive Berichterstattung lässt darauf schließen dass es sportlich nichts zu berichten gibt.

Wenn man keinen Fernseher besitzt (übrigens aus Überzeugung) ist man auf den Live Stream angewiesen. Ich habe lange nichts so gruseliges erlebt. Die Vorrunde konnte man unter Pixeln erahnen. Danach wurde es dann besser und heute hat sich der Stream nach etwa 40 Minuten sogar auf Sendezeit eingependelt, aber frustrierend ist es dennoch.

All das zusammen mit den teilweise wenig überzeugenden Spielen hat letztendlich dafür gesorgt, dass ich nicht traurig bin, dass es nun zu Ende geht. Einzig und allein den Filmreifen Kommentaren des Béla Réthys habe ich es zu verdanken dass es doch massive High Lights gab.

In 35 Minuten ist es nun vorbei und dann heißt es zwei Jahre warten und hoffen, dass alles wieder mitreißender wird. Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Twitterern und Freunden bedanken, die diese EM dennoch unvergesslich machen!

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